Zu Gast
Raffaela Schneid
Head of Global AI
Drees & Sommer
August 3, 2026
wH8p7MZ76DI
https://open.spotify.com/episode/7k4fElSJ4RtFHHuAoCY2PV
Inhalt
Folge 23
·
54 Min.

Ab wann ist Abwarten bei KI ein Fehler?

Viele Unternehmen experimentieren mit KI, doch nur wenige schaffen den Schritt von ersten Tests hin zu einer nachhaltigen Verankerung im Arbeitsalltag. Drees & Sommer hat früh begonnen, KI strategisch aufzubauen und in der gesamten Organisation nutzbar zu machen. Im Gespräch zeigt Raffaela Schneid, welche Entscheidungen, Herausforderungen und Lernprozesse diesen Weg geprägt haben, von den ersten Anwendungsfällen über Datenqualität und eigene KI-Lösungen bis zur Frage, wie Mitarbeitende für den Wandel gewonnen werden. Dabei wird deutlich, dass sich der Erfolg von KI nicht allein an der Technologie entscheidet, sondern daran, wie Unternehmen Organisation, Prozesse und Menschen darauf vorbereiten.

„Wenn du KI nicht selber ausprobierst, wirst du die Potenziale auch nie verstehen.“

KEY FACTS

  • KI-Einführung scheitert selten an Technologie, sondern an Organisation und Umsetzung
  • Drees & Sommer nutzt KI mit über 4.000 Anwendungsfällen im Arbeitsalltag
  • Datenqualität ist die Grundlage für skalierbare KI-Anwendungen
  • Erfolgreiche KI entsteht durch das Zusammenspiel von Fachwissen, Technologie und Menschen
  • Der größte Hebel liegt nicht im Tool, sondern in der richtigen Verankerung im Unternehmen

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KI ist kein Technologieprojekt

Viele Unternehmen starten mit KI-Tools. Doch die eigentliche Herausforderung beginnt erst danach. Denn der Einsatz von KI entscheidet sich nicht daran, welches Modell oder welches Tool ein Unternehmen auswählt, sondern daran, wie gut es gelingt, die Technologie in bestehende Prozesse und Arbeitsweisen zu integrieren. Drees & Sommer hat früh erkannt, dass KI nicht nur eine neue Software ist, sondern eine Veränderung der Art und Weise, wie Menschen arbeiten, Wissen nutzen und Entscheidungen treffen. Entscheidend ist deshalb, die richtigen Anwendungsfälle zu identifizieren, messbaren Nutzen zu schaffen und KI langfristig in der Organisation zu verankern.

Von ersten Experimenten zur skalierbaren Plattform

Drees & Sommer hat bereits früh begonnen, KI als strategisches Thema zu betrachten und erste Anwendungen im Unternehmen zu testen. Aus diesen Experimenten ist eine eigene KI-Plattform entstanden, die heute von tausenden Mitarbeitenden genutzt wird und zahlreiche Anwendungsfälle ermöglicht. Der Weg dorthin war geprägt von Pilotprojekten, schnellen Lernzyklen und der kontinuierlichen Weiterentwicklung der eigenen Strategie. Dabei wurde deutlich, dass erfolgreiche KI nicht durch einen großen Big-Bang-Ansatz entsteht, sondern durch viele konkrete Schritte, bei denen Unternehmen Erfahrungen sammeln, Ergebnisse messen und ihre Lösungen an den tatsächlichen Bedarf der Fachbereiche anpassen.

Daten sind der Schlüssel für KI

Dass nicht die Menge der Daten über den Erfolg entscheidet, sondern ihre Qualität und Nutzbarkeit, ist eine der wichtigsten Erkenntnisse aus der KI-Reise von Drees & Sommer. Unternehmen verfügen häufig über große Datenmengen, doch diese sind nicht automatisch für KI-Anwendungen geeignet. Damit KI zuverlässig arbeiten kann, müssen Informationen strukturiert, aktuell und im richtigen Kontext verfügbar sein. Daten-Management und Governance werden damit zu zentralen Bestandteilen jeder KI-Strategie. Erst wenn Wissen aus Köpfen, Dokumenten und Prozessen für Systeme zugänglich gemacht wird, kann KI ihr volles Potenzial entfalten.

KI-Akzeptanz entsteht durch Nutzung

KI verändert nicht nur Prozesse, sondern auch die Arbeitsweise von Menschen. Deshalb reicht es nicht aus, neue Tools bereitzustellen. Mitarbeitende müssen verstehen, welchen konkreten Mehrwert die Technologie für ihre tägliche Arbeit bietet. Drees & Sommer setzt deshalb auf einen Ansatz, der Ausprobieren, Austausch und Beteiligung in den Mittelpunkt stellt. Durch Schulungen, offene Formate und konkrete Anwendungsfälle entsteht Verständnis für die Möglichkeiten und Grenzen von KI. Die Erfahrung zeigt, dass Akzeptanz nicht durch Vorgaben von oben entsteht, sondern dadurch, dass Menschen die Technologie selbst erleben und ihren Nutzen erkennen.

Was verändert sich wirklich

Die größte Veränderung durch KI liegt nicht darin, dass Unternehmen einfach neue Tools einsetzen. KI verändert, wie Organisationen arbeiten, Prozesse gestalten und Wissen verfügbar machen. Routineaufgaben können automatisiert werden, Mitarbeitende können schneller auf Informationen zugreifen und neue Formen der Zusammenarbeit entstehen. Gleichzeitig steigen die Anforderungen an Datenqualität, Prozessverständnis und neue Kompetenzen. Erfolgreiche KI-Transformation bedeutet deshalb nicht, möglichst viele Tools einzuführen, sondern eine Organisation aufzubauen, die kontinuierlich mit KI lernen und sich weiterentwickeln kann.

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