Zu Gast
Prof. Dr. Sascha Stowasser
Direktor des ifaa
Institut für angewandte Arbeitswissenschaft
June 30, 2026
v=LFFJhFFZCsg
https://open.spotify.com/episode/0uW3HNlLcpZjHz7oMh2BlG?si=74dfef90d8424169
Inhalt
Folge 15
·
58 Min.

Wird Produktivität wichtiger als Personal?

Kann KI den Fachkräftemangel lösen oder verändert sie die Anforderungen an Arbeit grundlegend? Simon Biela spricht mit Arbeitsforscher Prof. Dr. Sascha Stowasser über Produktivität, Automatisierung und die Frage, welche Rolle Menschen in Unternehmen künftig spielen werden.

“Auf der einen Seite wird viel investiert in Digitalisierung und KI. Die Arbeitsproduktivität geht aber auf der anderen Seite wieder runter. Das nennen wir das Produktivitätsparadoxon.”

KEY FACTS

  • Trotz KI bleiben neue Fachkräfte nötig, weil der demografische Wandel stärker wirkt als die Automatisierung
  • Vielen Unternehmen fehlen noch die digitalen und organisatorischen Grundlagen für KI
  • KI steigert Produktivität bereits punktuell, aber noch nicht flächendeckend
  • Die meisten Jobs verändern sich, statt vollständig zu verschwinden
  • Erfolgreiche KI-Einführung braucht Daten, klare Ziele und die Mitarbeiter
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Produktivität steigt nicht automatisch durch Technologie

Unternehmen investieren Milliarden in Digitalisierung, Automatisierung und künstliche Intelligenz. Trotzdem bleibt der erwartete Produktivitätsschub vielerorts aus. Sascha Stowasser erklärt, warum moderne Technologien allein keine besseren Ergebnisse garantieren. Entscheidend ist, ob Prozesse, Organisation und Arbeitsweisen mit der technologischen Entwicklung Schritt halten.

Der Fachkräftemangel verändert die Perspektive auf KI

Während viele Diskussionen vor allem die Gefahr von Arbeitsplatzverlusten betonen, stehen viele Unternehmen vor einem anderen Problem: Es fehlen bereits heute qualifizierte Mitarbeiter. Der demografische Wandel verschärft diese Entwicklung zusätzlich. KI wird deshalb zunehmend als Instrument gesehen, um Engpässe zu reduzieren, Wissen verfügbar zu machen und Beschäftigte zu entlasten.

Arbeit verändert sich stärker als Beschäftigung

Künstliche Intelligenz wird zahlreiche Aufgaben automatisieren und unterstützen. Das bedeutet jedoch nicht automatisch, dass Menschen überflüssig werden. Vielmehr verschieben sich Tätigkeiten und Anforderungen. Routinen werden seltener, während Problemlösung, Kreativität, Kommunikation und Entscheidungsfähigkeit an Bedeutung gewinnen. Unternehmen stehen vor der Aufgabe, Mitarbeiter auf diese Veränderungen vorzubereiten.

Was verändert sich wirklich?

KI ist eine Organisationsaufgabe. Die größten Herausforderungen liegen nicht in der Technologie selbst, sondern in ihrer sinnvollen Integration in bestehende Arbeitswelten. Prof. Dr. Sascha Stowasser macht deutlich, dass erfolgreiche Unternehmen künftig nicht zwischen Mensch und Maschine entscheiden müssen. Entscheidend wird sein, wie beide zusammenarbeiten, um Produktivität, Wettbewerbsfähigkeit und Beschäftigung langfristig zu sichern.

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